Kanada, Thailand, Skandinavien, Griechenland, Spanien und Italien.
Was verbindet diese unterschiedlichen Orte, die sofort Bilder hervorrufen?
Auf mehreren Reisen entstanden die Fotografien menschenleerer Landschaften von Daniel Barthmann an den Rändern der Zivilisation des 21. Jahrhunderts.
Die Bewegung des Reisenden ist kein Transportmodus, sondern eine Perspektive. Im Rhythmus aus erzwungener Ruhe und stetiger Bewegung
mit der Unkenntnis des Fremden transformieren sich allgegenwärtige Landschaften zu einer individuellen Serie aufeinanderfolgender Eindrücke.
Die unterschiedlichen Orte verschmelzen zu einem unspezifischen Ort,
der durch das ziellose Streifen des Fotografen zusammengehalten wird.
Dabei zeigen sie nicht das Typische, das Klischeehafte. Sie zielen daneben. Neben den Punkt, wo das Erwartbare erscheint, neben die Orte, wo sich die Reisenden ballen, neben die Pointe einer Erzählung, die diese Bilder in sich tragen.
Die Bilder leerer Landschaften reissen Geschichten an, ohne sie zu Ende zu erzählen. Sie bauen Bezüge zwischen so unterschiedlichen Orten auf und
lassen den Betrachter eine Perspektive dahinter erfahren. Hinter der Ecke
eines abknickenden Weges, im Hotelbunker einer namenlosen Ferienanlage
oder mitten im an einer Felsküste aufstiebenden Möwenschwarm.
Martin Kohler